Wenn die Abendsonne lange Schatten wirft © Rainer Sturm : PIXELIO

© Rainer Sturm / PIXELIO

Welcher Gartenbesitzer träumt nicht davon – von dem perfekten Rasen. Dichte Halme, sattes Grün, robust und widerstandsfähig – so soll er sein. Das alles lässt sich mit dem richtigen Tipps & Tricks und der optimalen Technik selbst umsetzen. Auf dem Weg dahin lauern ein paar Fallstricke die es zu umfahren gilt.

Tipp Arbeitserleichterung
Bei größeren Flächen lohnt es sich durchaus Geräte für die einzelnen Arbeitsschritte als Erleichterung auszuleihen. Viele Baumärkte bieten diesen Service kostengünstig an.

Bei einer Neuanlage sind ein paar Arbeitsschritte mehr zu beachten und der Prozess ist natürlich etwas aufwendiger wohingegen eine Nachsaat recht einfach durchzuführen ist.

Wie geht man nun vor, wenn man den Rasen neu anlegen möchte und was ist wie zu tun wenn man nur durch eine Nachsaat den Rasen wieder aufpeppen möchte? Jetzt geht´s los!

 

Die Rasenmischung – eine Frage der Nutzung!

Obwohl es zig unterschiedliche Rasensaat-Kompositionen gibt, werden Saatmischungen grundsätzlich in drei Kategorien unterschieden.

  • 1. Zierrasen
  • 2. Sport- und Spielrasen
  • 3. Schattenrasen

Die richtige Rasenmischung für den richtigen Zweck

Hier muss nun die Entscheidung für die Rasenmischung, in Abhängigkeit von der Nutzung, getroffen werden. Handelt es sich um einen Vorgartenrasen, der allein der optischen Gestaltung dient, so empfiehlt sich hier eine Zierrasenmischung.

Wird die Fläche stark von Kindern genutzt sollte man zu einer Sport- und Spielrasenmischung greifen. Und wird ein Großteil der Fläche starke beschattet fällt die Wahl auf eine Schattenrasenmischung.

Ausgegangen von diesen Kategorien lassen sich bei manchen Saatgutherstellern die Mischungen in weitere Unterkategorien aufteilen und werden somit z.B. unterschiedlichen Bodenbedingungen gerecht.

Info Rasensorten
Zierrasen zeichnet sich durch eher dünne Halme aus und sollte nicht zu kurz geschnitten werden. Durch die breiteren Halme des Sport- und Spielrasen ist hier die Lichtausbeute größer und er kann kürzer gemäht werden. Der Schattenrasen sollte generell etwas länger gehalten werden –dadurch vergrößert sich die Grasoberfläche und der Rasen „verhungert“ auch nicht bei weniger Licht.

 

Neuanlage von Rasenflächen – so geht´s

Der ideale Zeitpunkt?

Ideal zur Rasenaussaat sind stabile positive Temperaturen, aber auch zu heiß sollte es nicht sein. So eignen sich in der Regel die Frühjahrs-Monate April und Mai und die der Spätsommer im September gut für eine Aussaat. Sollten im März schon stabile Temperaturen herrschen, kann auch da schon gestartet werden. Als Faustregel gilt – der Boden sollte nicht mehr kälter als 10°C werden. Nun sollte man 2 bis 3 Wochen vor der Aussaat beginnen, den Boden optimal vorzubereiten.

spatenstich © Peter Smola / PIXELIO

© Peter Smola / PIXELIO

Die optimale Bodenvorbereitung

Zunächst wird der Boden kräftig umgegraben. Etwa spatenstich Tief soll der Mutterboden aufgelockert werden. Mit einer Motorhacke lassen sich auch große Flächen zügig und kraftschonend umgraben. Anschließend ist die Fläche von Störgut wie Steinen und Unkraut zu befreien. Nun wird der Boden, z.B. mit einem Rechen, plan eben gezogen und für eine angemessene Setzung ca. 2 Wochen „liegen“ gelassen. Um ungleichmäßige Setzungen zu vermeiden sollte die Fläche zuvor angewalzt werden. Nach der Ruhezeit sollte der Boden nochmals aufgebrochen werden. Hierfür kann man einen Rechen benutzen oder motorbetriebene Kultivatoren. Eine Maximale Klumpengröße von 1cm ist erstrebenswert. Das Wachstum lässt sich fördern indem man gut eine Woche vor der Einsaat Starterdünger* auf den Boden aufbringt. Nun ist der Boden bereit für die Einsaat!

Tipp Bodenverbesserung
Sandige Böden lassen sich mit der Zugabe von Humus oder Torf verbessern und lehmige Böden durch die Zugabe von Sand.
Achtung Fallstrick
Zu frühes Aussähen kann einen welligen, unebenen Untergrund verursachen da es zu unregelmäßigen Setzungen kommen kann.
WOLF-Garten Universal-Streuer WE-B

Universal-Streuer

Die Einsaat

Bei kleinen bis mittleren Flächen bringt man den Rasensamen am besten mit einem Universal-Streuer* aus. Sind die Flächen größer, empfiehlt sich der Einsatz eines Streuwagens. Hier stellt man die halbe vom Hersteller empfohlenen Streumenge ein und überquert die Fläche jeweils einmal kreuzweise mit der halben Streumengenempfehlung. Dabei ist auf ausreichende Überlappung der Streubahnen zu achten um Fehlstellen auszuschließen. Das Saatgut lässt sich am besten durch vorsichtiges Einrechen oder dünnschichtiges Abdecken mit z.B. feinen Torf schützen.

Rasensprenger © Erich Westendarp / PIXELIO

© Erich Westendarp / PIXELIO

Die Wachstumsphase

Um die jungen Keime ideal zu unterstützen sollte in den ersten 4-6 Wochen nach der Aussaat der Rasen regelmäßig gewässert werden. Dabei soll das Wasser fein verteilt und damit Pfützenbildung und kleine Rinnsale vermieden werden. Gerade während der Wachstumsphase darf der junge Rasen nicht austrocknen.

 

Achtung Fallstrick
Wenn nach zwei bis drei Wochen die ersten Halme recht dicht gekeimt sind, sollte noch nicht mit bewässern aufgehört werden. Hierbei handelt es sich um Turbogräser. Die feinen, edlen und widerstandsfähigen Gräser wachsen erst etwas später und brauchen bis zu 6 Wochen um sich eigenständig versorgen zu können.

Das erste mal Mähen

Nicht zu früh! Erst wenn der junge Rasen eine Höhe zwischen 8 und 10 cm erreicht hat kann der erste Schnitt erfolgen. Hierbei sollten die Halme nicht kürzer als 5 cm geschnitten werden. Anschließend heißt es, regelmäßig mähen. Sofern möglich, ist gerade zu Beginn ein wöchentlicher Schnitt empfehlenswert. Grundsätzlich sollte der Rasen auf einem einheitlichen Höhenniveau gehalten werden, so kann sich das Gras gut auf die Bedingungen einstellen und sorgt automatisch für die richtige Halmbildung.

Die Rasenpflege

Um lange Freude am neuen Rasen zu haben bedarf es einer regelmäßigen Rasenpflege. Dazu gehört zum ersten natürlich das Mähen – regelmäßig, möglichst einmal pro Woche. Im Frühjahr und im Herbst sollte zudem vertikutiert und gedüngt werden.

 

Die erfolgreiche Nachsaat

Zeitpunkt

Auch bei der Nachsaat empfiehlt sich das Zeitfenster April bis Mai oder den September zu wählen.

Den Rasen vorbereiten

Zunächst wird die Rasenfläche sehr kurz abgemäht und anschließend vertikutiert. Dabei sollte man mit dem Vertikutierer einmal Längst und einmal Quer die gesamte Fläche bearbeiten. Je nach Bedarf kann noch ein wenig Sand eingerecht werden. Bei größeren Flächen ist ein motorisierter Vertikutierer sehr empfehlenswert. Damit wird die Arbeit nicht nur stark erleichtert sondern ist auch viel gleichmäßiger.

Info Vertikutieren
Motorisierte Vertikutiergeräte verrichten gleich mehrere Arbeitsgänge mit einem Arbeitsgang. Es wird das Moos entfernt und der Boden gleichzeitig mit Schneidemessern eingeritzt. Das verbessert die Wasseraufnahme der Grasnarbe und belüftet die obere Wurzelschicht. Ideal für eine Nachsaat.

Einhell BG-SR 12 StreuwagenNachsäen

Hier wird analog zur Neuanlage von Rasenflächen vorgegangen. Also den Rasensamen mittels Streuwagen* oder Universal-Streuer* gleichmäßig kreuzweise auf die vertikutierte Fläche aussäen. Auf das einrechen oder abdecken kann jedoch verzichtet werden.

Nacharbeiten

Auch hier sollte die Nachsaat gut gewässert werden und vor Austrocknung geschützt werden. Für das erste Mähen gilt das Gleiche wie oben aufgeführt bei der Rasen-Neuanlage.

 

Werden alle Schritte befolgt, steht dem satten Grün nichts mehr im Wege. Wie bereits angesprochen erleichtern motorisierte Gerät die Arbeit, vor allem bei großen Flächen. Wer sich nicht zu Beginn alles kaufen möchte, ist mit Leihgeräten aus dem Baumarkt bestens bedient.

Viel Erfolg!

Rasen © gartenhaus-test.de : PIXELIO

© gartenhaus-test.de / PIXELIO

 

Weitere Informationen für den perfekten Rasen: