Mähen oder nicht Mähen? © Rainer Sturm : PIXELIO

© Rainer Sturm / PIXELIO

Richtig Mähen gehört zur optimalen Rasenpflege. Nur so erhält man einen dichten widerstandsfähigen Rasen. Wer keine wilde Blumenwiese sein eigen nennen möchte, sollte den Garten nicht nur wegen der Ästhetik, sondern auch für stärkeres Wachstum und dichteren Halmwuchs regelmäßig mähen. Und hinzu kommt – ein gepflegter Rasen sieht einfach toll aus.

Hier wird nun im Einzelnen den Fragen nachgegangen wie durch richtiges Mähen das Wachstum für den perfekten Rasen gefördert werden kann. Zusätzlich werden häufige Fehler bei der Rasenpflege aufgezeigt, sodass sie gleich von vorherein vermieden werden können.

Welcher Mäher ist der Richtige?

Prinzipiell spielt es keine Rolle mit welchem Typ von Rasenmäher geschnitten wird. Worauf es stattdessen ankommt: Die Schneidmesser sollten scharf sein. Grundsätzlich empfiehlt es sich, die Messer einmal pro Jahr schleifen zu lassen. Mit stumpfen Messern werden die Halme eher abgeschlagen. Das Ergebnis ist eine ausgefranzte Halmspitze die schnell braun wird.

Was ist die richtige Graslänge?

Der Ball ist Rund © Rainer Sturm : PIXELIO

© Rainer Sturm / PIXELIO

Die empfohlen Schnitthöhe richtet sich nach der Rasensorte. Eine Zierrasenmischung kann 2 – 4 cm kurz geschnitten werden. Wo hingegen ein Spielrasen eher 3-5 cm hoch gehalten werden sollte. Schattenrasen darf ebenfalls länger gehalten werden da die längeren Halme für eine bessere Nährstoffversorgung und größere Lichtausbeute sorgen. Bei Schattenrasen kann die Halmlänge ca. 7cm betragen.

Die richtige Graslänge
⇒ Zierrasen: 2 – 4cm
⇒ Spielrasen: 3 – 5cm
⇒ Schattenrasen: 7cm

Wie oft soll gemäht werden für den perfekten Rasen?

Die empfohlene Mähfrequenz hängt von verschieden Faktoren ab, die aber recht einfach zu überblicken sind. Wann das erste Mal nach einer Neusaat gemäht werden soll finden Sie hier.

Jahreszeit

Der Rasen wächst von Mai bis Juni am stärksten. Während dieser Zeit sollte man mindestens einmal pro Woche mähen. In der Sommerzeit, die oft auch von Hitzeperioden geprägt ist, genügt es einmal in der Woche den Rasen zu schneiden. Und im Herbst verlangsamt sich das Wachstum deutlich, da auch die Tageslichtausbeute sinkt. Zum Saisonende genügt es deswegen in der Regel alle 10 – 14 Tage zu mähen. Der letzte Schnitt sollte vor dem ersten Frost erfolgen. So ist der Rasen fit für die Überwinterung.

Rasensorte

Wer seinen Rasen richtig mähen möchte sollte auf die individuellen Anforderungen der Rasensorten achten. So unterschiedlich die Rasensorten sind, so verschieden sind ihre Wachstumsgeschwindigkeiten. Viele hochwertige Rasenmischungen wachsen etwa 2 cm pro Woche. Preisgünstigere Mischungen können Wachstumsgeschwindigkeiten von 4cm oder mehr pro Woche haben – vor allem wenn gedüngt wird. Bei letzteren Rasensorten müsste also doppelt so oft gemäht werden.

Wetter

Um ein verbrennen des Rasens zu verhindern, sollte nicht direkt vor zu erwartenden Hitzeperioden gemäht werden. Sollte es dennoch nicht anders gehen, ist zu empfehlen die Rasenfläche regelmäßig und ausgiebig wässern. Bei Nässe ist es besser auf den Schnitt zu verzichten. Denn die geschnittenen, nassen Halme fallen zurück in die Grasnarbe, verkleben die stehenden Grashalme, erschweren das „Atmen“ und fördern den Pilzbefall. Einsinkende Räder des Mähers können die obere Bodenschicht beschädigen und der Rasenmäher wird stärker beansprucht.

Tipps für den perfekten Schnitt
⇒ Hohe Motordrehzahl
⇒ scharfe Schneidmesser
⇒ ca. 1mal pro Wochen mähen
⇒ ungemähte Fläche nicht betreten
⇒ 1/3-Regel, nie mehr als ein drittel der Halmlänge kürzen
⇒ nicht bei Nässe mähen
⇒ bei Trockenheit den Rasen mehrere cm höher wachsen lassen
⇒ zu hohen Rasen in Etappen mähen

Wie viel darf maximal auf einmal gekürzt werden?

Herz2 © L.M. : PIXELIO

© L.M. / PIXELIO

Als Faustformel gilt hier die 1/3-Regel. Das heißt, nicht mehr als ein drittel der länge pro Mähgang kürzen. Andernfalls dauert die Erholung der Triebe zu lange. Als Folge neigt der Rasen schneller zu verbrennen. Zudem würden die Pflanzen die meiste Energie in das Längenwachstum investieren. Ziel soll jedoch ein gut verzweigter dichter Rasen sein. Die bestehenden zwei drittel an Blattmasse werden für die Photosynthese benötigt, sorgen für ausreichende Nährstoffversorgung und das wirkt sich positiv auf das Wurzelwachstum aus.

Wurde also länger nicht gemäht und die Halme sollen stark verkürzt werden, mäht man am Besten in Etappen mit ausreichend Erholungspausen für den Rasen.

Rasen mähen oder mulchen?

Kurze Pause © I-vista : PIXELIO

© I-vista / PIXELIO

Das Schnittgut entsorgen oder Mulchen wird zum Teil kontrovers diskutiert. Dem Mulchen werden verschiedenste Nachteile nachgesagt. Es gibt aber bereits Teststudien, die klar für das Mulchmähen sprechen. Den perfekte Rasen kann man aber auch erhalten wenn das Schnittgut entsorgt wird. Hier sollte der Rasen durch regelmäßiges düngen unterstützt werden.

Beim Mulchen wird das Schnittgut durch eine spezielle Luftstromführung länger durch die Mähkammer transportiert und dadurch kleiner zerschnitten. Der zerkleinerte Rasenschnitt wird wieder zurück auf die Grasnarbe geworfen. Das hier verrottende Schnittgut dient nun als natürlicher Dünger und versorgt die Halme mit Nährstoffen. Durch den Verrottungsprozess werden die Nährstoffe allmählich und gleichmäßig an den Boden zurückgeführt. Man kann sich also jede Menge chemischen Dünger und die Zeit zum Entsorgen des Schnittgutes sparen.

Sonntag Rasen mähen? Das sagt das Gesetz

Die bundesweit geltende Geräte und Maschinenverordnung regelt die Nutzungszeiträume für die motorisierten Gartengeräte. Allgemein gilt: Sonn- und Feiertags ist in Wohngebieten der Rasemähereinsatz grundsätzlich untersagt. Mit geräuscharmen Elektro- und Akkurasenmähern darf Werktags von 7.00 bis 20.00 Uhr gearbeitet werden. (zudem beliebtesten geräuscharmen Akkurasenmähern) Für die Nutzung von lärmintensiveren Rasenmähern mit Verbrennungsmotoren gilt eine eingeschränkte Nutzungszeit von Werktags 9.00 bis 13.00 und 15.00 bis 17.00 Uhr. Da die Kommunen das Recht haben individuelle Ruhezeiten festzulegen, empfiehlt es sich hier beim Gemeinde- oder Ordnungsamt nachzufragen.

total GRÜN © Marcus Stark : PIXELIO

© Marcus Stark / PIXELIO

 

Weitere Informationen für den perfekten Rasen: